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Die Skaninchen & Inner Conflict

Es war Mittwoch, ca. 16 Uhr. Ich war grade beim frühstücken und versuchte meinen dicken Kopf vom Vorabend mit Kaffee und trockenen Toastbrot zu beruhigen. Gestern war mein letzter Tach in der Sklaverei fürs Vaterland (was andernorts auch Zivildienst genannt wird) und dass wollte ja auch gefeiert werden. Im Nachhinein immer ne blöde Idee, aber na ja…

Da saß ich also grade, als mich eine ominöse Nachricht erreichte, dass die Skaninchen nicht wie gedacht am Samstach sondern schon heute Abend das Anna & Arthur rocken sollten. So was hört man gerne, am Morgen. Also erstma die Nigelnagelneue Scheibe (siehe auch Plattenkritiken) von den Jungs angemacht und schon ma ordentlich vorgefreut. Ich fand das ja schon letztes Mal Scheisse, als ich die drei beim ZSK-NoRespect-Konzi im Hafenklang verpasst hatte. So was sollte mir heute bitteschön nich passieren! Aber na ja.

Endlich mal pünktlich fanden Nilz und ich uns um ca. 20 Uhr beim Anna & Arthur ein. Zeit genug um noch´n paar Bierchen zu zischen und was zu Lüneburgs einzigem ordentlichen Punkrock-Schuppen zu sagen:

Der Gig an diesem Abend gehörte zu den „Feierlichkeiten“ zum 5 jährige Bestehen des Anna & Arthur. Das antifaschistische Info-Café, welches in der Vergangenheit öfters Anlaufstelle und Ausgangspunkt für so manche Castor- und andere politischen Demos war, liegt gut versteckt mitten in der Lüneburger Innenstadt hinter einem Holzzaun.

Als ich vor knapp 3 Jahren zum ersten Mal da war und die damalige Bühne sah, musste ich unwillkürlich an den Hamburger Rockschuppen Lemitz denken. Bands mit mehr als 4 Leuten, hatten schon so ihre Probleme. So ist es den „Betreibern“ (und Freiwilligen) umso höher anzurechnen, dass sie es, trotz massiver finanzieller Probleme geschafft haben, den hinteren Teil doch noch auszubauen. Aber das mal nur nebenbei bemerkt!

Ich glaub so gegen 21Ua fingen dann die Skaninchen an mit ihrem Gig. Riot-Ska, Ska-Core… Egal, wie man das nun nennt, auf alle Fälle ist es verdammt goile Mucke (meiner Meinung nach)!! Schön fix, mit einigem Ska-Zeux dazu und ab geht der Peter… wären da nicht die irgendwie müden Lüneburger… „Ja, die erste Band ist immer Scheisse…“ meint da einer und hat damit nicht im geringsten Recht. Scheisse war an dem Auftritt nur, dass die Zuschauer (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht mal ansatzweise ihren Arsch hochkriegen. In manchen Musikerkreisen heißt es schon „Anna & Arthur? Och nö… da stehen die doch eh nur rum…!“ Traurig. Aber egal. Dann schwingt man eben nur zu zweit das Tanzbein.

Nach ca. ner halben bis dreiviertel Stunde waren die drei Ahrensburger (glaub ich…) dann fertig und Inner Conflict machten sich daran, die Bühne zu entern. Wir gingen derzeit noch mal ´n bischen raus um frische Luft und Bier nachzutanken.

Als der nächste Gig dann losging, kam gleich der erste Schock: Die Blödis hatten doch tatsächlich ihren Schlagzeuger vergessen!! Ich meine, einem Drummer anzudrohen, ihn mit nen Drumm-Computer zu ersetzen ist eine Sache… Das dann auch zu machen, also da hört doch der Spass auf (Höhö..)! Seltsamer Weise scheinen sie aber damit sehr erfolgreich zu sein, da sich nun endlich doch noch welche überwinden, dem Pogo zu frönen und wenn man mal von ein paar „Guano Apes“ – artigen Songs absieht, hört sich das alles auch gar nicht so schlecht an. Ein paar Hardcore-Stücke machen mich schließlich wieder versöhnlich und „Innerlich Ruhig“ geh ich dann irgendwann nach Hause.

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Veröffentlicht in Artikel Konzerte