duesenjaeger im Interview

Die Interviewzusage hierzu hatte ich mir am besagten Abend bereits von duesenjaeger Tobi besorgt. War nur noch das Problem, dass ich die Jungs persönlich nicht weiter kannte. Interview im Proberaum war logistisch nicht möglich, so dass folgendes per Mail mit Fragenkatalog entstehen musste. Nur was Fragen? Standartfragen wie in diesen Umsonstheften? Ne! (Anm.: Ist nach meiner Selbstwahrnehmung zumindest nicht so geworden). Gut das ich vorher duesenjaeger Thorben zufällig auf irgendeinem Konzert im Substanz getroffen habe und wir bei ein paar Bier über die Band philosophiert haben. Am nächsten Morgen sind dann die Überbleibsel hier mit eingeflossen…

Moin moin Duesenjaegers. Starten wir mit der Standardfrage unseres neuen Fragenkatalogs für Interviews mit Bands, die unsere Leser nicht kennen: Wer seid ihr? Kommt ihr alle aus Osnabrück und wohnt noch hier? Wie lange gibt es euch noch? Was macht ihr für Musik? Warum macht ihr Musik und kein Techno?

Jan: Hey Akrox! Schön, dass das mit dem Interview klappt, so viele Anfragen bekommen wir nicht, haha. Ok, dann wollen wir mal den Fragenkatalog durchgehen… Wir sind duesenjaeger, das Ganze besteht aus 4 Leuten: Tobi, Lars, Torben und mir. Ursprünglich sind wir alle aus dem Osnabrücker Umland, mittlerweile aber ziemlich verstreut. Braunschweig, Berlin, Münster, Osnabrück. Was manchmal nervt wegen der Probesituation, aber hat sich nun mal so ergeben. Genauso wie die Musik selber, hat sich so ergeben. Was wir für Sound machen? Schublade auf – Punk – Schublade zu. Techno würden wir schon ganz gern machen, wenn wir wüssten wie das geht. So Scooter-Sound, wär ganz geil eigentlich…naja vielleicht auch nicht…

Ihr habt dieses Jahr wieder Bandjubiläum – Glückwunsch! 15 Jahre Bandgeschichte – Hat da jemand schon mal nachts von eurer Band geträumt? Apropos Träume? Habt ihr noch Träume was zu erreichen? Und was wäre ein Alptraum?

Jan: Danke! Naja, was heißt Träume, was zu erreichen… Wenn mir vor 15 Jahren jemand erzählt hätte, dass wir 2015 an einer dritten LP schrauben, zwischendurch des Öfteren auf Tour waren, Singles und Split-Singles mit befreundeten Bands gemacht haben, all die Konzerte, die wir bisher gespielt haben, fast immer mit offenen Armen und Ohren empfangen zu werden, über all die Jahre so viele Menschen kennen gelernt zu haben, all das… das ist schon verdammt viel! Dass Leute zu unseren Konzerten kommen und ’ne gute Zeit haben, super, das ist ein Riesen-Privileg, das wir haben! Ein Alptraum wäre, die Band wieder aufzulösen, was wir ja 2008 schon mal gemacht haben. „Damals“ sinnvoll bis unausweichlich, heute wenig erstrebenswert…

Tobi: Ich will die nächste Platte machen…und dann noch eine. Und mal im Ausland spielen vielleicht.

Wer schon so lange im Geschäft ist, hat bestimmt viel erlebt. Welche Story würdet ihr nie in einem Interview erzählen? Einige Gigs habt ihr ja schon auf dem Buckel – Wann oder wo hattet ihr eine besonders schöne Zeit? Und welche Auftritte sollte man schnell vergessen?

Jan: Ich glaub am Anfang, so 2000, 2001, da waren wir live ’ne ziemliche Katastrophe, Gerumpel und Geöckel, meine Fresse…

Tobi: Das stimmt, haha!

Jan: Aber mein Gott, das war halt so und vergessen will ich eigentlich nix. Klar ist jetzt nicht jede Show der Wahnsinn, oder der totale Abriss, aber wir freuen uns auf jedes Konzert, wir treffen eigentlich überall Freunde und alte Bekannte, das ist schon super. Ob es jetzt Berlin, Leipzig, Bielefeld, Münster oder Bornhöved oder Lindhorst ist, ist eigentlich egal. Es kommt auch immer drauf an, was man selber draus macht. Wir haben zum Beispiel auf dem am schlechtesten besuchten Düsen-Konzert aller Zeiten – ich glaub 7 zahlende Gäste – Alex von Pascow kennen gelernt, und die Freundschaft besteht bis heute! Oder auf ’ner Müllkippe bei Koblenz, da haben wir Inner Conflict kennen gelernt und das erste mal mit Pascow gespielt. Die Konzerte waren jeweils echt nicht so dolle in der Retrospektive, aber wie gesagt, die damals geschlossenen Freundschaften bestehen immer noch. Scheiß Konzert heißt also nicht gleich Scheiß Abend.

Tobi: Die Geschichte von Kristian aus Helmstedt haben wir unterwegs schon so oft erzählt, die würde ich auf keinen Fall im Interview breittreten.

Wie war das eigentlich damals bei eurer Gründung 2001? So ganz ohne Facebook, Internet, obwohl Handys gab’s schon – aber nicht Smart. Egal… War es damals nicht viel schwerer bekannt zu werden. Ohne diese ganzen Medien….

Tobi: 2000! Genau in der Millenniums-Sylvesternacht 1999/2000 haben Torben, Venny und ich zum ersten Mal zusammen gespielt und noch in der gleichen Nacht Jan auf ’ner Party die schäbbige Kassettenrekorder-Aufnahme der ersten Versuche vorgespielt. Damit hatten wir den dann im Boot, der hatte mit mir zusammen vorher schon ’ne Band namens gaijin. Ich glaube nicht, dass wir da schon Handys hatten, das fanden wir recht lange unnötig.

Jan: Gegründet haben wir uns 1999/2000, und in der Tat war so was wie Facebook, Smartphone, etc noch völlig undenkbar! Tobi und ich machen seit 1990 zusammen Musik. Damals wurden noch Kassetten verschickt oder irgendwo am Tresen abgegeben und VeranstalterInnen wurden angerufen oder per papierenem Brief oder Postkarte angeschrieben, um an Konzerte zu kommen. Kaum mehr vorstellbar heute… Klar, heute lässt sich die Werbetrommel ganz anders rühren. Aber irgendwie finde ichs auch gut, diese analoge Zeit noch selber erlebt zu haben, auch wenn das jetzt nach Alter-Sack-Gelaber klingen mag.

Laut eurer Website (http://duesenjaeger.blogspot.de/) arbeitet ihr grade mehr oder weniger verbissen an einer neuen Platte. Könnt ihr schon ein paar Einzelheiten nennen? Ab wann wird das gute Stück wohl zu haben sein?

Jan: Puh… schwer zu sagen. Eigentlich war Ende 2015 angepeilt. Könnte aber knapp werden. Da wir wie gesagt ziemlich verstreut wohnen, ist das mit dem Proben nicht so einfach. Und da wir alle nicht mehr studieren oder so ist Zeit nun mal ein rares Gut. Aber könnte ganz gut werden, das Teil, wir haben Bock und gute Ideen!

Tobi: Ich bin bis jetzt echt überzeugt von den neuen Songs, aber das ist eben alles noch work in progress, es gibt immer noch die Möglichkeit, an irgendeiner Stelle alles zu versauen…ich bin auf jeden Fall sowohl gespannt als auch aufgeregt. Prognosen über einen Zeitplan wage ich nicht mehr zu stellen, weil sich bei uns auch gerne mal was unvorhergesehen einfach um Wochen verschiebt.

Wie trefft ihr eure Entscheidungen in der Band, z.B. wann man wo Auftritt, welche Songs gespielt und aufgenommen werden etc? Torben meinte mal, ihr habt keinen „Bandhitler“…?

Jan: Nee, das läuft alles in halbwegs demokratischen Bahnen ab. Da hätte auch keiner von uns Bock drauf und das würde nicht funktionieren, wenn ein einzelner den Hitler machen wollen würde. Klar, hier und da nimmt mal der ein oder andere das Heft in die Hand, ob jetzt beim Songwriting, Booking oder was auch immer, aber letztlich läuft das alles über allgemeine Konsensfindung. Außerdem kennen wir uns jetzt schon so lange, da funktioniert man quasi wie ein altes Ehepaar. Auch wenn man sich mal stundenlang anschweigt, weiß man genau, was gerade Sache bei den anderen ist…

Tobi: Erstaunlich viele Entscheidungen ergeben sich bei uns auch von selbst. Durch äußere Umstände, durch Faulheit, durch Ablenkung, da wird einem manchmal eine Entscheidung auch einfach abgenommen.

Auf eurem Label Grabeland Records sind ganz coole Flyer von euren Konzerten „Konzertpropaganda“. Genauso wie euer Merch Kram. Wer macht das alles? Und welche Rolle spielt MyRuin Records dabei?

Tobi: MyRuin Rosi und Hardware Chris sind Teil von Grabeland und vor allem für Logistisches verantwortlich, Vorfinanzierung, Vertrieb, die Pressungen an sich, Werbung, Poster, Flyer, Kleber usw usf. Um Merch kümmert sich normalerweise Jan, Rosi hat aber auch schon Auflagen gemacht, die letzten Aufnahmen hat Lars gemacht, ich kümmer mich um so Internetkram und Booking, das auch Torben macht, Rosi hat die Kontakte zu Presse, Blogs, Distros, Vertrieben und Plattenläden und Chris die meiste Erfahrung mit Vinyl Pressungen, der kann Pappstärke von Covern erfühlen, sehr beeindruckend. Und so machen wir das alles irgendwie zusammen. Wobei tatsächlich auch erschreckend viel an Rosi hängen bleibt, der weiß zum Beispiel genau, wie viele Exemplare von welcher Platte noch da sind. Das weiß ich eigentlich nie, auch nicht, wenn er mir das mitteilt, sowas geht mir meist unter. Die Grabeland Nachpressungen sind aber mittlerweile größtenteils weg, ich glaube, die Singles sind schon so gut wie aus, und die Las Palmas OK glaub ich auch, bis auf ein paar…wenn mich nicht alles täuscht.

Seid ihr neben duesenjaeger noch in anderen Bands und/oder Projekten aktiv? Was ist denn z.B. Portree, Herr Neumann & die Zeitverschwendung? Und wird es irgendwann auch Releases auf Grabeland geben, die nichts mit duesenjaeger zu tun haben?

Jan: Der einzige, der neben den düsen noch was macht musikalisch ist Tobi mit Portree, das ist ne Spitzen Band, die klingt wie 1987er Dischord Sound mit nem 90er Emo Einschlag. Super. Da war mal ein Portree-Release auf Grabeland angedacht, ich weiß gar nicht, ob das noch was wird… ansonsten ist so was durchaus denkbar. Die Zeitverschwendung war auch Tobis Ding, aber leider schon tot. Die Platte ist der Hammer! Unbedingt anhören, oder noch besser: kaufen!

Tobi: Herr Neumann ist mein Solo Projekt, da hab ich mal ’ne Single und ’ne LP gemacht, die LP mit Hilfe von Lars (Schlagzeug/Aufnahme), das liegt aber ziemlich auf Eis, weil die Livebesetzung, also „die Zeitverschwendung“ (neben Lars noch Oli/ex-Pendikel, nun Philipp Boa und Christian/MT Bags und MNKL), mangels Auftritten desertiert ist. Daher fehlt mir so’n bisschen die Muße, Songs fertig zu machen, was mir auch echt schwer fällt, mir fällt das nicht so zu wie anderen Leuten, weil ich nicht so gut Gitarre spielen kann, wie ich gerne würde und überkritisch bin, daher wird seit der LP quasi nichts mehr richtig fertig.
Portree ist die Band von Julius (Gitarre, vorher Idle Hands, Dramamine, Press Gang…) und Klick (Schlagzeug, auch Idle Hands), mit Malle Massloss (Gesang, vorher Dramamine und Bass bei Blank Pages), und die haben einen Bassisten gesucht, da bin ich im Proberaum zufällig drauf zugelaufen und das hat halt gut gepasst. So 90s Emo, das wollte ich schon immer mal machen, wir haben da ziemlich viele ähnliche Einflüsse, vor allem welche, die nicht so auf der Hand liegen, das macht immer viel Spaß. Wir haben Aufnahmen gemacht mit Lars und die sollen eigentlich auch noch auf Grabeland als Vinyl erscheinen. Die Grundidee bei Grabeland ist ja: Label für duesenjaeger Kram, aber auch verwandte Sachen, also zum Beispiel, wo einer von uns mitspielt. Deshalb ist das Demotape auch auf Grabeland erschienen. Wenn keiner von uns mitspielt: keine Chance. Die Aufnahmen sind allerdings recht alt und immer noch nicht 100%ig fertig, da müssen wir mal sehen, wie wir das machen.

Was macht ihr so, wenn ihr nicht auf der Bühne steht oder probt, wenn ihr probt? Macht ihr so richtige Lohnarbeit? Oder lebt ihr von euren Platten und lasst euer Geld für euch arbeiten? Kennt ihr Bands, die so richtig einen auf Punk machen und nach dem Konzert mit nem dicken Sportwagen nachhause cruisen?

Tobi: Von der Band kann man nicht leben. Und das ist auch gut so, weil man sonst Kompromisse machen müsste und Business Pläne.

Jan: Ja, wir machen so richtige Lohnarbeit, weil wir sind total working class. Sonst könnten wir uns auch unsere Sportflitzer ja auch nicht leisten. Wobei, eigentlich sind die für den Bandgebrauch eher schlecht, da passt nämlich bestenfalls der Gitarrenkoffer auf den Beifahrersitz, und das ist dann ätzend wenn’s regnet, dann muss das Verdeck zu. Deswegen spielen wir auch nur im Sommer.

Ich hab gehört, ihr seid gut mit Gunnar von Dritte Wahl befreundet. Wieso nehmen die Rostocker euch nicht mal mit auf Tour. Ne Split-Single, wie ihr sie ja in den letzten Jahren schon öfter gemacht habt, würde wohl nicht so passen, oder?

Jan: Gunnar wohnt seit einigen Jahren in Münster, und da Münster nicht so groß ist, rennt man sich zwangsläufig des Öfteren über den Weg, zumal wenn sich der Freundes- und Bekanntenkreis sowie die Schrebergartensiedlung überschneidet, hehe. Leider treff ich ihn viel zu selten, Gunnar ist nämlich echt ein super Typ. Neulich war ich in Münster bei Dritte Wahl und es ging total die Post ab, das war echt ein gutes Konzert, die Leute hatten mega Bock, sowohl Band als auch Publikum. Dass die das jetzt schon sooo lange durchziehen ist der Hammer, da können wir mal echt nach Hause gehen mit unseren 15 Jahren, da kann man nur den Hut vor ziehen. Ne Split wäre eigentlich ganz witzig, aber ich weiß nicht, ob da was draus werden würde. Aber immerhin haben wir es schon auf ein gemeinsames Foto geschafft, die 4 Düsen plus Gunnar, alle ziemlich strack hehe…

Zum Thema Osnabrück. Dies ist ja eine Spezial Ausgabe zu eurer Heimatstadt. Was findet ihr in Osna zum Kotzen oder was ist so besonders hier? Wo hat man als Punkrocker hier seine Jugend verbracht? Wie würdet ihr die Lokale Punkszene beschreiben? Welche Bands findet ihr gut? Mit welchen seid ihr befreundet? In welchen Clubs seid ihr gern unterwegs und umgekehrt?

Tobi: Osna ist ne Stadt wie jede andere auch…obwohl: die Zion GmbH, die geht mir echt mal auf den Senkel, so dubiose Superchristen mit unklarer Finanzierung, die haben das Gelände gekauft, auf dem unser Proberaumzentrum steht und stressen seitdem nur rum. Also eher Grundstücksspekulantenhaie als Christen. Die Jugend verbracht in OS? Da ich meine Jugend in Rieste verbracht habe, kann ich da nicht sooo viel zu sagen. Später dann im Ostbunker, im AZ, im Trash, im Unikeller, im Unicum sehr viel und in der Kleinen Freiheit und und und…die Alte Webschule in Bramsche müsste ich da noch hervorheben, da hab ich als Jugendlicher ne Menge Konzerte gesehen und im Hyde Park natürlich.

Jan: Zu Osnabrück kann ich ehrlich gesagt gar nicht so viel sagen. Ich wohn seit fast 20 Jahren in Münster. In OS habe ich außer im Proberaum nie so viel Zeit verbracht. Allerdings habe ich Mitte der 80er als Kind am Heger Tor die ersten Punks meines Lebens in echt gesehen, was ja schon mal nicht schlecht ist. Was die Typen jetzt wohl machen… wahrscheinlich Investment-Bänker… Und den Ostbunker sollte man nicht vergessen, da war ich früher öfter mal und ne Zeitlang war der Laden ja quasi legendär. Wer da alles gespielt hat… Zu der derzeitigen Szene und Bands kann ich nicht so viel sagen. Außer, dass ich die MT Bags super finde. Was mich echt ankotzt an OS ist vor allem eines: die verfickte Zion GmbH, ein ultra fundamentalchristlicher Verein… die versuchen mit aller Gewalt, einen wichtigen Freiraum in OS platt zu machen, ihr werdets wissen, wers nicht weiß oder sich informieren will: checkt mal www.freiraum-petersburg.de.

In dem Lied Plastikwelt beschreibt ihr die unerträgliche Innenstadt mit ihren Konsumtempeln? Ist die City of Osnabrück besonders konsumorientiert? Wie haltet ihr es generell mit Konsumkritik?

Tobi: Die City in Osna ist eben genauso konsumorientiert wie jede andere auch.

Jan: Ich habe den Text zwar nicht geschrieben aber ich sage mal, ja, es geht um Innenstädte und Fußgängerzonen, die in jeder Stadt gleich Scheiße aussehen und den immer gleichen Einheitsscheiß auf die Menschheit loslassen und die meisten das auch noch geil finden. Oder so. Tobi, korrigier mich wenn ich falsch liege. Konsumkritik ist na klar auch immer so eine Sache. Denn letztlich machen wir ja alle mit irgendwo, in dem ganzen Zirkus. Es ist sehr schwer, sich dem zu entziehen. Ich renn z.B alle Nase lang in irgendwelche Plattenläden und kauf irgendwelchen Kram, den ich eigentlich nicht brauche. Um bei der Platten-Sache zu bleiben: Was zum Beispiel sind unsere Düsen-Platten? Nichts anderes als Konsumprodukte. Die wir natürlich nicht machen, damit sie unter unseren Betten vermodern, sondern wir wollen die verkaufen. Insofern fängts da ja schon an. Wichtig ist denke ich immer ein gesundes Maß an Selbstreflexion, zu wissen, wo man steht und eigene Handlungsschemata vielleicht auch mal in Frage zu stellen, ggf. zu korrigieren, nicht überall mitzumachen, nicht nur aufs Konsumverhalten bezogen sondern generell. Ach ja: OS selber ist denk ich nicht konsumorientierter als andere Städte. Aber mindestens genauso hässlich.

Tobi: Ja, genau darum gings mir. Und um dieses Phänomen, dass gruppenweise Leute ausgeschlossen werden, die sich dieses oder jenes nicht leisten können oder wollen. Ätzend. Komplett irre: wenn Du dieses oder jenes vollkommen überteuerte, hässliche, von blutigen Kinderhänden zusammengetackerte Kleidungsstück nicht hast, bist Du raus. Ekelhaft. Als wenn es darum ginge. Scheint aber Konsens zu sein bei sehr vielen Menschen. Dabei ist mir bewusst, dass, wenn ich mich mit meiner Peer Group treffe, wir auch alle Bandshirts anhaben, je rarer/ungewöhnlicher/älter, umso besser, kaum was über deren Produktion wissen, und dass es eben auch hilft, mit dem richtigen Shirt in „die Gang“ zu gelangen, überspitzt gesagt. Ist alles nicht so einfach, muss aber eben auch mal angesprochen werden.

Mehr Infos:
http://duesenjaeger.blogspot.de/

Kommentare | Kategorie: Artikel, Interviews

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