Interview – Thommy von Skankshot, Uga Uga Tapes und Loser Youth

Es war Sommer im Jahre 2011 da sah ich auf dem Move Your Ass Festival in Schneverdingen eine Band namens Skankshot. Hat mich erstmal nicht so umgehauen. Wieder mal so’n Zeug mit Trompeten und Ska-Parts und dem ganzen anderen Kram. Da ich dort aber den Merchstand für Goodbye Jersey machte (so’n Zeug mit Trompeten und Ska-Parts und dem ganzen anderen Kram), und mich gut mit den Leuten vom Skankshot-Stand verstand, nahm ich die CD von denen trotzdem erstmal mit. Einige Monate später fand das Sonar-Festival in Lüneburg statt und dort hörte ich Skankshot dann noch mal etwas aufmerksamer zu. Zum Glück. Ob es neue Songs waren, weiß ich jetzt nicht mehr so genau, aber was sie spielten war ziemlich cooler Ska-Punk mit ner guten Priese Hardcore drin. Hat mir sehr gefallen. Als ich dann Thommy später über das Brot-Fanzine kennenlernte, fand ich den Typen so sympathisch, dass ich direkt erstmal ein Interview gemacht hab. Schön persönlich und direkt über Email. Viel Spaß damit.

Skankshot Logo

Hallo erstmal! Was ist ein/e Skankshot?


Moin Moin! Also ein*e Skankshot gibt es als Begriff eigentlich gar nicht. Unser Bandname sollte ursprünglich auf den Operation Ivy Song „Bankshot“ verweisen. Aber weil es in den USA schon eine Band namens Bankshot gibt, haben wir dann ganz Klischeemäßig einfach noch das Wörtchen Ska eingebaut. Ein Gedanke war auch, dass der Name dann eine Synthese aus den Wörtern „Skanking“ für unseren tanzbarem Ska-Aspekt und „Shot“ für die Punk und Hardcore-Einflüsse in unserer Musik ist. So Peng Peng-mäßig, mit Geballer, haha. Was wir damals nicht wussten, ist dass das Wort „Skank“ in den USA auch eine üble sexistische Beschimpfung für weiße promiskuitive Frauen ist. Darauf haben wir uns bei unserer Namenswahl nicht bezogen, und den Begriff lehnen wir auch ausdrücklich ab. Ich hoffe aber dass durch unsere Texte und unser Auftreten auch ersichtlich ist, welche Bedeutung von „Skank“ wir mit unserem Bandnamen meinen.


Warum gibt das eigentlich so viele coole, neue Ska-Punk Bands in Hamburg in letzter Zeit (also die letzten vier Jahre)? Als Beispiele Goodbye Jersey, Kollmarlibre, ihr… Von alten Hasen wie Rantanplan oder Braindead mal ganz zu schweigen.


Das ist schwer zu sagen. Abgesehen von der schweren Proberaumlage hat Hamburg auf jeden Fall eine ganz gute Infrastruktur. Es gibt nen Haufen Läden in denen coole Sachen steigen und eine Menge Bands kommen von überall her und spielen in Hamburg Konzerte. Ich denke dass man als junger Mensch so relativ leicht in eine Szene reinkommen kann. Aber eigentlich kein Plan. Ich freu mich auf jeden Fall darüber dass es hier Bands gibt, die gute Sachen auf die Beine stellen und oft auch noch gut was zu sagen haben. Gerade Braindead sind super mit ihren radikalen Texten und der Mischung aus Hardcore Rumgebolze und Ska und Dub.


Einige von euch haben ja auch neben Skankshot noch bei allerlei Missetaten ihre dreckigen Finger im Spiel. Ich sach da mal: Uga Uga Tapes, Brot-Fanzine, Squat the Media Zine, Offbrett Kollektiv im Café Knallhart. Hab ich was vergessen? Gibt’s noch andere Band in denen Leute von euch spielen?


Das ist auf jeden Fall eine schmeichelhafte Auflistung unserer Szenekredibilität, hehe. Das Einzige was mir gerade einfällt was du noch nicht genannt hast ist meine andere Band Loser Youth. Ich spiele da Gitarre und singe, wir machen deutschsprachigen Punk oder auch Hardcore, je nachdem wie man’s nennen will. Ist auf jeden Fall mit 80er Ami-Einflüssen und die meisten Songs sind unter einer Minute lang. Seit Dezember 2012 gibt es Studioaufnahmen von uns, die auch auf meinem Label Uga Uga Tapes herausgekommen sind.


Oh, außerdem sind wir zusammen mit ein paar Leuten aus unserem Freundeskreis gerade dabei, ein loses Dubkollektiv zu gründen, um feinste Dubmusik zu spielen. Da ist allerdings noch nichts Konkretes vorzuweisen außer guten Absichten.


Was treibst du sonst, wenn ihr nicht grade am proben/auf Tour seit?


Ich habe mein Studium gerade frisch abgebrochen. Philosophie und Geschichte war das. Geschichte ist eigentlich ganz cool, aber Philosophie war überhaupt nicht meine Leidenschaft und irgendwie Zeitverschwendung. Nach dem Abi habe ich kurz in Finnland gewohnt, bin dann aber schnell wieder zurückgekommen weil mir das Geld ausging und ich die Sprache nicht gelernt habe. Jetzt mache ich noch ein bisschen Straßenmusik und schau wie ich am besten weitermachen kann. Ich hoffe ich finde irgendeine Nische, in der ich mit möglichst wenig Geld und dadurch mit weniger Lohnarbeit auskomme, damit ich weiterhin viel Zeit für die ganzen schönen Dinge im Leben habe.


Apropos schöne Dinge: Wann kommt endlich das neue Brot Fanzine in dreifacher Länge raus?!


Es ist tatsächlich in Planung und ein kleines bisschen Inhalt ist auch schon vorhanden! Nen Termin hab ich da allerdings noch lange nicht. Auf ein etwas längeres Heft habe ich aber auch Bock. Mal schauen wie ich das alles so machen werde! Eventuell ja auch mit nem Gastbeitrag von dir? ;)


Neue CD „Out of Business“ ist jetzt draußen. Mich erinnert das stark an die Voodoo Glow Skulls, aber schön dreckig, schön fix und vielleicht dabei nicht ganz so hektisch. Kannst du mit so einem Vergleich was anfangen oder sachst du so: „Komm mir nicht mit so’n scheiß!“?


Also ich persönlich hab nie so intensiv Voodoo Glow Skulls gehört, aber ich versteh das trotzdem als ein Kompliment. Dass du unsere Musik als schön dreckig und fix wahrnimmst, hör ich auf jeden Fall sehr gerne! Musikalisch ist definitiv auch ein gewisser Hardcore-Einfluss bei uns vorhanden. Wir versuchen eine Art von Ska Punk zu machen, die sich von dem unpolitischen schlagerigen Schunkel-Blödel-Mainstream abhebt, der in der deutschen Ska Punk-Landschaft leider sehr beliebt ist. In den Texten kommt das hoffentlich auch ein bisschen durch.


Auf dem Cover von „Out of Business“ sind Hamburger Orte und Dinge, die ihr scheinbar richtig gern habt. Aber gibt es auch Gegenden in der Hansestadt, die du abgrundtief hasst und niemandem empfehlen würdest?


Haha, ganz im Gegenteil! Die Sachen auf dem Cover sind alles Institutionen die wir scheiße finden, und die gerne mal Out of Business gehen sollten. Derbe scheiße, dass überall herumgelabert wird von wegen Krise, aber dicht gemacht wird dann das HaK in Bad Segeberg und nicht die Scheißläden am Jungfernstieg. Empfehlenswert ist in Hamburg auf jeden Fall das Café Knallhart. Tagsüber gibt es da korrekten Kaffee und vegetarisches oder veganes Essen, ab und zu finden Veranstaltungen statt. Am ehesten dann, wenn man selber was macht. Das Gängeviertel ist auch super, die Konzerte sind da immer bei freiem Eintritt mit Spendenmöglichkeit.


An Scheißorten gibt es in Hamburg, wie in vermutlich jeder Stadt, viele; zu viele um sie aufzuzählen eigentlich. Die ganzen Tourisachen sind auf jeden Fall gut langweilig. Und die teuren Läden sind auch kacke. Oh, und der berühmte Hamburger Kiez ist völlig überbewertet. Eklige Konsummeile, voll mit Prolls. Auf dem Weg zu den coolen Läden einfach Augen zu und durch, sich nicht anschnacken lassen!


Was verbindest du sonst noch mit Hamburg? Was läuft scheiße, was läuft gut?


Hamburg ist schon in Ordnung. Es gibt eigentlich fast jedes Wochenende und oft auch unter der Woche coole Konzerte und Veranstaltungen, außerdem ist die Stadt größtenteils nazifrei. In anderen Regionen hat man es mit bunten Haaren und korrekter Einstellung glaube ich wesentlich schwerer als hier.
Andererseits ist es ja weitläufig bekannt, dass die Mieten hier ziemlich hoch sind, das ist auf jeden Fall ne unschöne Sache. Und der beliebte Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz ist ein SPD-Rechter, einer der Hauptverantwortlichen für die tödlichen Brechmitteleinsätze der Hamburger Polizei. Überhaupt, die Lokalpolitik ist schon ziemlich scheiße, spießig und sozialchauvinistisch. Der Umgang der Stadtverwaltung und Politik mit Wohnungslosen und anderen Randgruppen ist unter aller Sau. Das ist allerdings glaube ich eine viel größere Sache, die nicht nur in Hamburg scheiße ist.


Wie liefen denn die Aufnahmen bzw. das Drumrum? Das Cover habt ihr ja selbst gebastelt (sieht man aber nicht – und da war auch nur sehr wenig Klebe an meiner CD).


War alles ganz geil! Wir haben Schlagzeug, Bass und eine Gitarre im Ton 13 in Altona aufgenommen. Da hängen Leute von Torpedo Hamburg, Chipko und Kotzen mit drin, die übertrieben nett sind und es derbe drauf haben. Wir haben da zwei separate Aufnahmesessions mit ein paar Monaten Zeit dazwischen gemacht. Aufgenommen haben wir Gitarre, Drums und Bass live, immer so lange bis wir ein gutes Take hatten. Die zweite Gitarre haben wir dann danach eingespielt und zu guterletzt Gesänge und Bläser zuhause und im Proberaum drübergemacht.


Das Artwork hat unser Schlagzeuger Schubi gemacht. Er ist sehr talentiert und schön anzusehen obendrein. Die Pappschuber haben wir bei einer Onlinedruckerei bestellt, selber gefaltet und kleine Klebepunkte zur Befestigung der CD reingeklebt. Die CDs haben wir dann woanders kopieren lassen und dann reingesteckt. Fun Fact: Das Artwork war früher fertig als der Mix, deshalb sind die Angaben der Songlängen auf der Rückseite des Covers komplett falsch.


Ja, das ist mir auch direkt aufgefallen… Äh. Aber ist ja nicht so schlimm. Ihr haut ja alle Songs auch immer kostenlos als Download raus. Finde ich erstmal ja ganz gut zum reinhören, aber ich kauf mir eigentlich doch lieber den Tonträger. Bekommt ihr trotzdem eure Kosten wieder rein? Habt ihr keine Bedenken, dass eure Musik dadurch beliebig werden könnte, also Leute das Zeug runterladen und vergessen, weil war ja umsonst?


Also das mit den kostenlosen Downloads ist uns schon sauwichtig. Physische Tonträger waren vor 20 Jahren vielleicht noch eine Notwendigkeit um Musik überhaupt noch hören zu können. Heutzutage sind sie durch die Möglichkeit, MP3s im Internet herunterzuladen aber eigentlich nicht mehr nötig. Da sich durch diese alten Strukturen aber über die Jahre eine riesige Musikindustrie etablieren konnte, wird jetzt krampfhaft versucht, an der Vorstellung von Musik als Ware festzuhalten. Das finde ich aber scheiße. Warum sollten wir Verwertungsmechanismen reproduzieren, obwohl sie uns im Alltag selber schon ankotzen?


Paradoxerweise stehen viele von uns allerdings selber doch auch auf Tonträger. Ich bin selber auch irgendwie so der Sammler-Typ. Wir machen es deshalb so, dass wir CDs und Tapes für wenig Geld raushauen und Downloads aber generell kostenlos sind. Geldprobleme haben wir dadurch nicht. Manchmal kommt bei Konzerten etwas mehr als nur Spritgeld rum, außerdem zahlen wir alle jeden Monat 20 € in die Bandkasse. Wenn wir genug Geld auf dem Bandkonto haben und neue Songs fertig geschrieben sind, gehen wir halt ins Studio. Wer andere Hobbies hat gibt dafür ja auch jeden Monat ein bisschen Geld aus, das ist schon okay.


Dass Leute die Musik gratis runterladen und dann schnell wieder vergessen weil’s ja nur gratis war glaube ich eigentlich nicht. Ich lade mir selber andauernd Musik runter, und wenn ich sie extrem geil finde, hole ich mir danach dann trotzdem noch ne Platte. Unabhängig davon geh ich aber auch gerne in Plattenläden zum stöbern oder kaufe Sachen auf Konzerten. Viel problematischer finde ich es eigentlich wenn eine Band keine Gratisdownloads hat. Irgendwie muss man die Musik ja kennen- und schätzen lernen. Wer als Künstler*in seine Musik für sich selber horten will ist selber schuld. Notfalls zieh ich’s mir entweder illegal aus dem Netz oder ignoriere Bands von denen ich nichts finden kann.

Skankshot live
Skankshot – © by clo.photo

Kannst du was zu den Creative Commons sagen, die ja auch bei allen Uga Uga Tapes Releases verwendet wird? Was ist das und warum sollten mehr Leute/Bands/ect. das nutzen (oder warum nicht)?


Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die Lizenzverträge gratis anbietet. Klingt erstmal langweilig, ist aber geil. Die Creative Commons Lizenzen sind ein Gegenentwurf zu institutionalisierter Musikverwertung wie zum Beispiel durch die Gema. Anstatt dass du deine Rechte an einem Musikstück an irgendwen abtrittst, behältst du die Rechte alle selbst und verweist auf einen Lizenzvertrag, in dem genau drinsteht was Leute mit deiner Musik machen dürfen und was nicht. Alle Creative Commons Lizenzen beinhalten, dass die Musik kostenlos heruntergeladen, verteilt und abgespielt werden darf. Zusätzlich kann man sich dann aussuchen ob man kommerzielle Nutzung oder Remixe zulassen will. Weil wir mit Skankshot keine Lust drauf hätten dass irgendwelche Leute unsere Musik benutzen um Profit zu generieren, schließen wir kommerzielle Nutzung in unserer Lizenz zum Beispiel aus.


Bei Uga Uga Tapes irrst du dich allerdings. Ich bringe zwar ausschließlich Gema-freie Musik raus, nicht zuletzt weil die Gema ein Drecksverein ist, der freie Kultur nur behindert. Die Tapes von Urban Unrest und Notgemeinschaft Peter Pan sind aber nicht Creative Commons lizenziert und es gibt davon auch keine Gratisdownloads, weil die Bands das jeweils einfach nicht so wollten. Kann man nix machen. Ich selber würde allerdings in allen Bands bei denen ich spiele die Musik zum kostenlosen Download und mit einer Creative Commons Lizenz veröffentlichen, weil’s einfach geiler ist. Sharing is caring und so, nä?


Ist das nicht irgendwie Doppelmoral, wenn du Bands ignorierst, die keine Downloads frei ins Internet stellen, und dann genau „solche“ Bands mit Uga Uga Tapes rausbringst? Das ist jetzt provokatives Schwarz-Weiss-Denken, vor allem weil ich mir denken kann, dass du die Bands entweder ganz gut kennst oder zumindest ziemlich geil findest, wenn du sie rausbringst und unterstützt. Würde mich trotzdem mal interessieren, wie du dich da jetzt wieder rausredest, hehe!


Hast mich ertappt, da ist auf jeden Fall ein bisschen Doppelmoral im Spiel. Ich finde besagter weise, dass es für Bands total machbar und erstrebenswert ist, Sachen zum freien Download anzubieten. Alle sollten das machen! Unabhängig davon bring ich halt aber auch gerne Tapes raus von Bands die ich gut finde. Und jetzt haben zwei Bands die ich aufgrund ihrer hohen Punkqualität abfeier keine free Downloads im Internet. Ich bring ihre Tapes trotzdem raus. Das ist schon irgendwo ein Widerspruch, stimmt. Aber damit kann ich leben. Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Integrität trotzdem ganz zufrieden. Ist ganz geil was ich so für Sachen mache! ;)


Wie war eure Tour im Februar? Zum ersten Mal außerhalb Deutschlands gespielt? Her mit den Skandalen, Anekdoten und Road Storys!


Die Tour war auf jeden Fall ne krasse Erfahrung. Wir haben vorher immer nur an Wochenenden oder an einzelnen Tagen gespielt, da war das schon ne gute Ecke anstrengender. Ich hab auch gemerkt dass ich vielleicht mal richtig Singen oder irgendwelche Atemtechniken lernen sollte. Nach dem dritten Tag war ich ziemlich im Arsch und als wir in Fürth waren, hatte ich dann eigentlich fast keine Stimme mehr. Ich hab dann für den Rest der Tour meinen Konsum von Alkohol und Rauchzeug fast komplett eingestellt, dann ging’s schon klar. Glücklicherweise hatten wir auch einen Tag Pause zwischendurch, da konnte ich mich gut regenerieren. Die anderen waren eigentlich fast durchgehend besoffen, aber das ist schon okay, so kenne und schätze ich meine Freund*innen ja.


In Tschechien zu spielen war auch schon ganz interessant. Das erste was mir aufgefallen ist, ist dass dort ein wesentlich lockerer Umgang mit Marihuana gepflegt wird als in Deutschland. In kommerziellen Bars werden Joints so offen gebaut und geraucht, dass man sich schon fragt ob das überhaupt jemals von Bullen geahndet wird. Ungewohnt auf jeden Fall auch, Ansagen auf Englisch zu machen. Ich hab auf jeden Fall Bock nochmal außerhalb Deutschlands zu spielen!


Ansonsten hatten wir einen ausgewogenen Mix aus ungefähr gleichviel eng gefüllten Konzerträumen und eher leereren Lokalitäten. In Ostrava habe ich kein einziges Plakat von uns gesehen und es waren vielleicht 10 Leute in einem verdammt großen Club, an dem kurz davor die UK Subs gespielt haben. War wohl ein bisschen überdimensioniert für uns. Hat trotzdem alles Spaß gemacht.


So richtig reißerische Anekdoten fallen mir allerdings gerade nicht ein. Alles war irgendwie auf seine eigene Art geil. Ist schon schön, Teil einer so lebendigen Punkszene zu sein und die ganzen coolen selbstverwalteten Läden und Squats kennen zu lernen. Die Raumstation Rödelheim in Frankfurt ist auf jeden Fall einer der besten Orte der Welt. Liebe Grüße auch an alle Leute die wir unterwegs kennen gelernt haben!


Wie läuft’s mit Uga Uga Tapes? Schon neue Releases geplant? Und wo bekommst du eigentlich die ganzen Kassetten her? Und überhaupt: Wer kauft denn noch Tapes?


Mit Uga Uga Tapes läuft’s ganz geil. Ich hab da teilweise Geld reinverpulvert als ich noch welches hatte, und dann kam manchmal wieder was rein als ich gerade keins mehr hatte. Das ergänzt sich gut! Eigentlich ist das Label aber kein Ding mit dem ich Geld verdiene. Es geht mir wie den meisten DIY Labels darum, auf diesem geilen Medium beste Musik zu veröffentlichen, einfach nur so damit gute Sachen existieren. Das schöne an Tapes ist, dass sie ein schickes Medium zum in der Hand halten sind, das man in Kleinauflagen für wenig Geld raushauen kann. Und anders als Platten und CDs kannst du super in der Bahn einen Beutel voll Tapes und nen Walkman mitnehmen und dann Songtexte lesen und dich an deinem nerdigen Tonträger erfreuen. Es gibt auf jeden Fall seit den letzten Jahren ne ganze Reihe von neuen Tapelabels die so was machen. Gleichzeitig gibt’s auf jeden Fall auch nen Haufen Leute die drauf stehen. Das ist der Vorteil von Kleinauflagen: Man kann was Schönes machen und muss sich nicht sorgen machen dass man den Kram nie wieder los wird. Leerkassetten oder professionelle Kopien kann man in Deutschland übrigens günstig bei Audio-Service.biz aus Leipzig bestellen. Da holen glaube ich auch mindestens 90% der hiesigen Tapelabels ihre Kasen her.


Yo und an aktuellen Releaseplänen gibt’s bisher zwei: Ich werde irgendwann in den nächsten Monaten ein Tape vom Black Star Dub Collective aus Manchester herausbringen, die übertrieben geilen Dub und Reggae machen und obendrein auch noch super politisch und DIY mäßig unterwegs sind. Außerdem arbeite ich zusammen mit einem guten Freund, der das Label-Bookingagentur-Zwischending Sin Fronteras betreibt, gerade an einem Sampler namens „Rüde Töne“. Das wird eine Compilation mit feinstem Punk-Ska-Zeug, fernab von Schlagerscheiße und sexistischen Dumpftexten. Rüde Töne halt. Neben der Tapeversion wird’s das auch als kostenlosen Download geben.


Hört sich ja schon mal ziemlich cool an! Wie können euch/dich denn Leute erreichen, die eure Musik zum kotzen finden und euch gerne mal eins aufs Maul hauen würden? Und was wäre in solch einer Situation deine persönliche Top-1 an überraschten Ausrufen?


Entweder ne Mail schreiben an band(at)skankshot(dot)com oder einfach auf ein Konzert vorbeikommen. Wir sind eigentlich keine guten Kämpfer, aber wenn’s um die EHRE geht machen wir mal ne Ausnahme.


„Sapperlot!“ würden wir höchstwahrscheinlich rufen wenn böse Menschen das ernst nehmen und uns vermöbeln wollen. Nee, ehrlich, macht das mal bitte nicht. Das stresst nur!


Hab ich was vergessen zu fragen? Wenn ja, wie wäre deine Antwort?


Nee, da fällt mir nix ein. Danke für dein Interesse auf jeden Fall! Schön weiter Punk und DIY betreiben und so!


Mehr Infos:
Skankshot
Uga Uga Tapes
Loser Youth
Brot Fanzine

Kommentare | Kategorie: Artikel, Interviews

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