Neue Katastrophen Interview

Am einem Sonntag im November (Ich glaube es war der 12.11.2006) machten Nilz und ich uns auf ins Funbureau. Dort sollten Trend und ein Support namens Neue Katastrophen aufspielen. Die passenden Karten gab es tags zuvor zum Geburtstag, was ich sehr nett fand vom Nilz. Da ich von beiden Bands zu meiner Schmach noch nie etwas gehört hatte, wurde ich von Neue Katastrophen von Beginn an sehr positiv überrascht. Schnell war klar, da müssen wir ein Interview machen! Also sind wir auch gleich nach dem grandiosen Gig hin und wurden auch schnell in den Backstage gebeten, wo uns Sänger Alex und Schlagzeuger Karsten Rede und Antwort stehen sollten. Nach und nach stießen auch die anderen Bandmitglieder dazu was die Angelegenheit schon bald zu einer feucht-fröhlichen Runde werden ließ. Leider hatte ich mein Diktiergerät heute mal nicht mit, weswegen der MP3-Player von Nilz herhalten musste. Das hatte nun allerdings zur Folge, dass man so gut wie gar keine Stimmen auseinander halten konnte. Ich bitte also schon im Vorweg um Verzeihung, wenn ich dem einen oder anderem Mal ein falsches Zitat in den Mund gelegt haben sollte. Nun aber schnell die neue Scheibe der neuen Katastrophen innen Player geschoben und ab geht der Peter:

Interview mit Neue Katastrophen
Neue Katastrophen (© neuekatastrophen.de)

El Micha: Dann stellt euch mal vor:

Alex: Alex, Gesang

Karsten: Karsten, Schießbude

Nilz: Und ihr seit die Neuen Katastrophen. Erzählt mal`n bisschen euch. Seit wann gibt euch? Ihr macht ja ziemlich schnellen Punkrock und auch so politisch.

Alex: Ja genau. Wir machen seit ungefähr drei Jahren zusammen. Haben uns lange gesucht und dann auch gefunden irgendwann. Karsten und ich machen schon länger zusammen Mucke. Wir haben dann irgendwann so ne Punkband gegründet und dann lange gesucht. Irgendwann kam dann Peter (Gitarre) dazu, und Marco (Bass) und auch der Flo (Gitarre). Jetzt machen wir seit gut drei Jahren zusammen Mucke. Das Programm, dass wir jetzt spielen hat sich so in den letzten 1 ½ Jahre rauskristallisiert. Wie ihr schon sacht: Schneller Punkrock mit deutschem Text. Deutschpunk ist immer sone Sache mit ner Schublade.

El Micha: Habt ihr vorher ne andere Band gehabt?

Alex: Wir kommen aus ursprünglich aus Hessen und da hatten wir auch ne Band die hieß… wie hießen wir denn? Konkret, heißen wir! Damit haben wir, glaub ich, drei Auftritte geschafft.

Karsten: … bevor sich das Ganze dann durch unseren Umzug nach Hamburg aufgelöst hat.

Alex: Hier haben wir dann noch kurz weiter gemacht, dann gab es ne Pause von ca. 2 Jahren. Wir haben allerdings festgestellt, dass und das viel zu langweilig ist und dann langsam angefangen uns halt wieder zusammen zu tragen.

El Micha: Und wie läuft das für euch bis jetzt?

Nilz: Ihr habt ja ein neues Album draußen, hab ich gesehen. Da auf der Hamburgpunk.de – Seite seit ihr ja vorne drauf.

Alex: Ich sach mal so seit nem Jahr läuft es eigentlich ganz gut. Wir hatten eh vor mal alles aufzunehmen und haben im Proberaum die Möglichkeiten dazu. Also haben wirs auch gemacht und eben alle Songs die wir im Programm hatten aufgenommen. Wir wollten halt selbst ne CD rausbringen, so Band-Intern und mal kucken wies läuft und dann kamen halt die Leute von Kalte Platten (www.kalte-platten.net) und haben gesacht dass sie ne LP mit uns machen wollen. Die haben vorher Pommes Brutal gemacht, hatten davon noch Geld über und wollten noch was aufnehmen. Wir hatten da ja das Album schon fertig. Das haben die dann als Platte gepresst und mit uns zusammen Cover-Entwürfe gemacht. Die ganze Sache lief viel mit denen, das hat nen ganz guten Pusch gegeben und das Album ist jetzt als CD und LP draußen.

El Micha: Kalte Platten kommt auch aus Hamburg?

Alex: Ja genau. Is ein Hamburg Label.

Nilz: Und wer bist du jetzt?

Peter: Ich bin Peter. An der Gitarre.

Alex: An der EINEN Gitarre.

Peter: An DER einen Gitarre.

Nilz: Ihr hab auch ein Lied gegen HSV, hab ich gehört.

Alex: Wir haben ein Lied über die Reeperbahn. Die ist ja ziemlich Blau-Weiß, meiner Meinung nach. Grade da am Hans-Albersplatz kannst du mal Ruck-Zuck eins auf die Fresse bekommen. Und na klar: St. Pauli-Fans. Muss ja. Ist ja Klischee. Auch wenns immer weh tut.

Nilz: Geht ihr auch mal ins Stadion oder nur so…

Peter, Karsten und Alex (im Chor) : Joooaaah…

Alex. Wir sind zum größten Teil eigentlich regelmäßige Stadiongänger.

El Micha: Wer schreibt bei euch die Songs?

Alex: Die Mucke an sich schreibt die Band komplett im Probenraum und die Texte schreib ich.

El Micha: Also JamSession und was gefällt wird ausgebaut?

Peter: Nee. Es ist eher so dass einer was mitbringt und die anderen kucken halt, was dazu passt. Meisten geht das dann so: Gitarre, dann Schlagzeug, Bass und der Gesang kommt dann halt so nach der ersten Probe, bzw. dauert das so über Jahre, weil sich irgendwie noch ein Wort ändert.

Alex: Nee! Das bitte rausschneiden!

El Micha: Das wird fettgedruckt! Mit Rausschneiden sieht es ganz schlecht aus!

Nilz: Habt ihr irgendwelche Bands die euch besonders gefallen oder wo ihr euch ein Beispiel dran nehmt? Ihr seid ja echt ziemlich fixer, schneller Punk im Gegensatz zu manchen anderen Bands.

Alex: Wir kommen alle aus verschieden Musikrichtungen. Wir alle hören aber Punk und`n bisschen Deutschpunk.

Peter: Zeke, Z-E-K-E geschrieben (Anm.: Hmm… ob er den Zeke-Button an meiner Jacke wohl nicht bemerkt haben sollte, bzw. das Zeke-T-Shirt unter meinem Pulli. Die lange Zeke-Unterhose kann er aber nicht übersehen haben!). Naja. Ich mag es jedenfalls auch schnell, nach vorne, auf die Fresse.

Nilz: Ja man hat das auch ziemlich rausgehört dass du Zeke geil findest. Diese Gitarrenriffs sind auch ziemlich schnel l.

El Micha: Naja. Was möchtet ihr denn so mal loswerden?

Alex: Platten will ich loswerden.

Karsten: Ich will auch Platten loswerden.

El Micha: Ha! Eine Kommerz-Punkband!

Alex: Ja Kommerz! Ich seh das auch schon kommen. Dann steht da: Blink182, GreenDay und Neue Katastrophen!

Nilz: Kommt ihr eigentlich alle aus Hessen?

Alex: Nee 2/5 kommen aus Hessen und 1/5 kommt aus dem Rheinland.

El Micha: Kommt überhaupt jemand aus Hamburg von euch?

Alex: Ne wir sind alles Zugezogene. Wir kommen hierher um die Welt zu verpesten!

Karsten: Mecklenburg-Vorpommern ist auch einer dabei. Der Quoten-Ossi!

Alex: Nen Quoten-Hippie ham wir auch.

Nilz: Ja noch mal zurück zur Musik. Ohne irgendwas in die Deutschpunkschublade zu schieben, hat mich das ja schon ein bisschen an Slime erinnert, weil schön aggressiv, schön schnell und irgendwie habt ihr ja schon die Motivation das ihr da ne Massage reinbringen wollt. Was ist denn da eure Aussage?

Alex: Unsere Aussage in einem Satz?

El Micha: Kannst auch zwei Sätze sagen.

Alex: Alles scheisse, nichts wird gut!

Karsten: Wir haben verschieden Songs zu verschiedenen Themen die halt dann praktisch auch was zu sagen haben, aber wir haben nicht eine Grundaussage, dass wir für irgendetwas oder gegen irgendetwas sind.

El Micha: In einem Lied ging es glaub ich ums Wetter?

Alex: Ja, wir haben auch einen Song übers Wetter, weil das Wetter wird immer schlechter. Also auch hier in Hamburg.

El Micha: Stimmt! Heute Regen, Gestern Regen…

Alex: Ja und das Schlimme ist: Morgen auch noch Regen!

El Micha: Ja! Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen!

Peter: Es gibt auch Leute die in Urlaub fahren und da auch schlechtes Wetter haben. Und zwar richtig schlechtes Wetter. So mit Flutwellen. Wir sind also global sehr aktiv. Definitiv. Wir sind vor allem auch gegen das Wetter!

El Micha: Aber ne Welt ohne Wetter. Wie würde das für dich aussehen?

Peter: Ja wie zu Hause ne. Ja ich bin auch sehr gerne zu Hause, geh ungern weg. Am liebsten lieg ich die ganze Zeit zu Hause. Deswegen mag ich überhaupt kein Wetter.

Da in den nächsten zehn Minuten des Interviews wohl ca. die Hälfte aller S-Bahnen in Hamburg über das Fundbureau hinwegdonnern und irgendwann die nächste Band anfängt, gehen die meisten Fragen und/oder Antworten im Getöse unter. Es wird noch ein wenig über Tischfussball philosophiert („Der beste Kicker steht im Onkel Otto!“) und die Frage erörtert ob das Hafenklang nach dem Umbau noch nen Fernseher auf dem Klo hat. Als es darum geht, was die Band inspiriert Musik zu machen, wird schnell klar, dass es sich wohl hauptsächlich um ein Aggressionsabbauprogramm handelt. Ansonsten schnappen wir uns noch jeder ein Bierchen, ziehen uns aus dem Backstage zurück und kucken uns die, meiner Meinung nach eher enttäuschenden Trend an. An sich war das Ganze ein netter Abend.

/El Micha und Nilz

Links:
www.neuekatastrophen.de

Kommentare | Kategorie: Artikel, Interviews

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