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Belvedere – Fast forward eat the tape

Der Titel ist Programm – Wer auch nur eine Sekunde vorskipt schneidet in ein Gemälde auf Pergament! Über 200 Shows im Jahr, 4 Full-lengh-Alben, 1 Split mit Calgory-Kollegen „Downway“ und  etliche Sampler bilden ein Trojanisches Pferd, mit dem Belvedere euer Herz erobern. Wer hier nach technischen und musikalischen Mängeln sucht, vergeudet seine Zeit. Scotts virtuose Gitarrenarbeit wird von Grahams peitschenden Drums getragen und es klingt ganz danach, ob der Gute acht Beine und Arme hätte. Hat er aber nicht. Nicht einmal ein DoubleKick! Und sein spartanisches Set würde ohne weiteres in mein 4 m² Badezimmer passen. Steves melodischer, sauberer Gesang wird hin und wieder von Jasons (Bass) und Scotts rauen Schrei-Sequenzen abgelöst, was sehr dynamisch wirkt  und trotz Steves starken Harmonien nicht an Härte fehlen lässt. Steve hat ebenfalls ne Klampfe in den Händen und hält ohne Probleme bei Scott mit. Das gleiche gilt für Jason: 4 Seiten, die nach 10 klingen! Das Songwriting ist eigenwillig und widersetzt sich aller Formeln. Ich würd nicht sagen Beledere haben ein neues Genre erfunden, aber auf jeden Fall ist es eine neue und besondere Art von Skatepunk. Keine Kindermelodien, keine peinlichen Pseudo-Wohlstand-Skaparts, aber dafür eine Menge melodischer Druck, präzise Spieltechnik. 15 Perlen – Zeitlos und auch nach unzähligen CD-Umdrehungen keineswegs langweilig. Zu den ergreifenden Momenten auf dieser CD zählt die Nummer „Slaves to the Davement“ eine Midtempo-Liebeserklärung der Jungs an ihr exzessives Tourleben – „We didn’t choose this life this live chose us / a web of friends and moments impossible to let go…“
Eine Band die noch einige trojanische Pferde bauen wird.

(CD)

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Veröffentlicht in Reviews Tonträger