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Matthias Mader – This is Boston not New York

Hm, ja eigentlich wollt ich mir ja den ersten Teil dieser kleinen Buchreihe holen NEW YORK HARDCORE – THE WAY IT WAS, doch irgendwie gibt’s den nirgends mehr, hoffen wir mal auf ne neue Auflage oder Ebay-Glück… Naja, im Buchladen dachte ich mir dies hier tut’s auch, schließlich sind ja SLAPSHOT, DROPKICK MURPHYS und SSD auch von da und die mag ich! Beginnen wir mal mit den Fakten: Rausgekommen ist das Buch schon vor einer ganzen Weile, nämlich im Februar 2003 und mit 174 Seiten doch recht kurzweilig. Im Buch selbst dreht es sich um die Entstehung und die Geschichte des Hardcore und Punk in Boston von den späten 70ern bis heute (bzw. Anfang `03). Mader hat das Buch in verschiedene Teile aufgeteilt, so dass es auch super als Klolektüre geeignet ist, worauf ich hier aber nicht weiter eingehe. Im ersten Teil gibt es `ne Menge O-Ton Interviews mit Szenegrößen von damals und heute, z.B. dürfen DAVE SMALLEY (DYS, DAG NASTY, ALL, DOWN BY LAW), CURTIS CASELLA (vom alten Bostoner TAANG! Label) und MARK NICKEL (MAD-TOURBOOKING) sich über alte Zeiten auslassen. Und auch AL BARR (BRUISERS, DROPKICK MURPHYS) kommt zu Wort und darf sich von alten Nazi-Beschuldigungen freisprechen. Im zweiten Teil gibbet Bandhistorys und Discographien (Platten-Sammler dürfen sich freuen!) von allen Bostoner Bands die mindestens ne 7inch Single rausgebracht haben. Und da sind wohl echt alle dabei, seien es alte Helden wie SOCIETY SYSTEM DECONTROL, DYS, THE FREEZE, NEGATIVE FX oder eher neue, die heute sogar teilweise auf MTV laufen, wie eben SLAPSHOT, DROPKICK MURPHYS, MIGHTY MIGHTY BOSSTONES und auch eher nicht so doll einflussreiche Bands (zumindest nicht für den HC/Punk) wie die LEMONHEADS (auf AEROSMITH wird verzichtet…). Im dritten Teil werden noch die wichtigsten Compilations Bostons vorgestellt wie der wegweisender Sampler THIS IS BOSTON NOT L.A. Das Beste an dem ganzen Buch ist, das es echt unterhaltsam und locker geschrieben ist und so ziemlich ohne persönliche Wertung der Geschehnisse auskommt. Recht objektiv wird von alten Mitgliedern  der BOSTON CREW berichtet, wie sie gern mal rüber nach New York sind, um auf Konzerten von New Yorker Bands Stress zu machen oder zu zeigen, wer härter moschen kann, warum damals viele der HC-Pioniere bedingungslos an der Straight Edge Bewegung festhielten und noch ne Menge mehr. Wie gesagt, sehr unterhaltsam und für jeden, der auf 80er Hardcore und Punk steht ist dieses Stück Geschichte eigentlich ein Standardwerk oder sollte es sein oder wie auch immer. Gutes Buch jedenfalls und von mir auf jeden Fall empfohlen.

Veröffentlicht in Print Reviews