Ein Bericht über die Blauzone

Viele Fanzines haben sich bereits über die Grauzone im Punk ausgelassen. Da dieses Thema zwar total wichtig ist, wir vom Akrox-Team aber zur Debatte nichts neues mehr beisteuern können, außer dass wir Onkelz eh schon immer scheiße fanden und den Stolz von Freiwild nicht kapieren, widmen wir uns nun einem neuen Thema, über das in der Szene viel zu gern hinweggeschaut – der Blauzone! Dies soll die Grauzone weder verharmlosen noch NS-Opfer gegen Alkohol-Opfer aufrechnen. Auf keinen Fall! Dazu stellen wir im erstmal klar. Punkrock und Nazis passen so gut zusammen wie Merkel und Bundeskanzlerin, oder ne viel zu harmlos. Wie Kinderspielplätze und Kampfhunde oder so ähnlich. Lassen wir das, ich schreib´ mich grad um Kopf und Kragen. Kurz: Grauzone ist Nazischeiße!

Es gibt aber Punks und Punkerocker, die haben Probleme mit Alkohol und daher muss auch mal die Blauzone thematisiert werden! Es gibt Bands in der Punkszene, die verherrlichen den Alkohol geradezu. Zu dem Motto: Jung, kaputt spart Altersheime möchte ich euch dazu einige Beispiele aufzählen:

Fuzzbeer – der Name sagt doch wohl schon alles.

NOFX – „I wanna be an alkoholic“, was laut Google Translator soviel heißt wie „Ich möchte eine Alkoholische werden”

Kassierer – „Wir wollen Schnaps, wir wollen Bier – auf Arbeitsplätze scheißen wir“ oder „Saufen, Saufen, jeden Tag nur saufen“ – das kann man ja auch fast als Alkoholischiker bezeichnen.

Slime – „Karlsquell“, da es Karlsquell seit dem Dosenpfand nicht mehr gibt, könnte man zwar sagen, dass es nicht mehr aktuell ist, aber wenn ich die Plauze von Digger sehe, glaub ich nicht das der jetzt nicht mehr trinkt.

Terrorgruppe – die gibt es leider auch nicht mehr, aber hatten auch ein Tresenlied „Alkohol heilt nicht die Wunden, aber er bringt spaß!“

DTH – Bis zu bitteren Ende – „und die Tage ziehen ins Land und wir trinken immer noch ohne Verstand…“

„Die Szene ist nicht zu klein, sondern zu breit“ – das kam von Hausvabot, aber ich glaube ehr gegen Alkohol gerichtet.

WIZO – die gibt es wieder und sie singen in einem Lied, dass das Leben ein Hund ist (hä?) und das Menschen alt werden, obwohl sie rauchen und saufen!

In den Achtzigern gab es auch mal eine Punkband namens Deutsche Trinkerjugend. Leider konnte ich kein Album mehr von denen finden, die sind wohl beim Mauerfall drunter gekommen.

Zum Hintergrund der Diskussion. Solche Texte verharmlosen bzw. behindern doch die gesunde Lebensweise eines Punks! Nein sie verharmlosen sogar das Elend, was dahinter noch steckt! Um die Punkszene nachhaltig zu erhalten und das Elend, wie nicht zuletzt auf dem Ruhrpott Rodeo, zu verhindern, muss in Zukunft unbedingt ein konsequentes Alkoholverbot bei allen Punkkonzerten durchgesetzt werden!

Punkrocker – meidet den Schnaps!

Bands, die den Anschein nach Alkohol-Verherrlichung haben, sollten zu unserem Schutz draußen bleiben (alle die ich aufgezählt habe – ohne Ausnahme, dass ist Radikal)! Es können schließlich schlimme Dinge mit Alkoholeinfluss passieren. Ich erinnere da nur an das Force Attack, wo ein besoffener Punker im Kornfeld versucht hat, eine Sitzblockade gegen einen Mähdrescher zu gewinnen.

In den nächsten Ausgaben werde ich über sympathischere Genres schreiben. Zum Beispiel die Schlauzone, über Punkbands, die Texte machen die nur studierte verstehen, z.B. die Ärzte. Oder, die Ostzone, über Punkbands die Texte machen die nur Ossis verstehen, z.B. Dritte Wahl oder Schleimkeim. Die Red-Zone, typische Inhalte sind Aufrufe gegen das Imperiale, Hegemoniale, Neoliberale, Kapitalistische Herrschaftssystem, was nur durch eine zur sozialistischen Revolution des Proletariats und der Bauern nach dem Vorbilds Lenins oder Stalins durchgesetzt werden kann. Als klassische Bands fallen mir dazu kaum welche ein, außer das Hardcore Bolschewiki Improvisations Kommando, Die Kommu-Sisters oder Hannes Wader and the Marx-Boys. Dann die Schwarze Zonen Bands. Sie gehen zwar in die ähnliche Richtung, unterscheiden sich aber hingegen im Musikstil, welcher ehr richtig Crust und Hardcore geht. Diese schwarzen Vertreter scheißen gegenüber der Redzone auch auf den Staat und machen alles DIY. Bands gibt es zuhauf, z.B. singen Rawside „Unser Hass jetzt erschallt gegen eure Staatsgewalt“. Dann die Grünzone, ganz neuer Trend, Texte die nur Veganer verstehen und jedem Fleischesser die Wurst vom Brot schlecht reden, z.B. Kafkas mit Ihrem Album: „Jeder der Fleisch isst, ist kein echter Punk“. Dann die Bauzone, Bands die gegen Bauarbeiter in Kreuzberg singen z.B. Kotzreiz und die Sauzone, über sexistische Bands wie die KassierInnen und Lokalmatadore. Zuletzt die Gauzone, über Bands die für Atomkraft singen, wie z.B. der FDP Chor, bis zuletzt alles dann aus ist!

Ich merke, ich sollte da eine richtige Kolumne draus machen, um zu thematisieren was alles zu unangenehmen Spaltungen in der Punkszene führt. Aber ich glaub ich lass das lieber und trinke ein Bier. Prost!

Kommentare | Kategorie: Artikel, Kolumnen

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